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Detailfoto: Aquarell mit mikrobiellem Befall - "Stockflecken"...

  

Detailfoto: ...nach Entfernung der Stockflecken

 Stockflecken - wie sie hier auf den Fotos oben auf einem Aquarell vor und nach der Restaurierung zu sehen sind - und ähnlich bei einem Stahlstich auf den Fotos rechts und unten - können durch Klimaeinflüsse oder auch durch ungünstige Aufbewahrungsbedingungen entstehen und gehören zu den Schäden, die sich über kürzere oder längere Zeiträume auch weiter ausdehnen können.

 Wie kann solchen Schäden vorgebeugt werden?

 

 Grundsätzlich gilt:

Papier braucht eher kühle, aber nicht zu feuchte Klimaverhältnisse - und wenn möglich die Einhaltung eines gleichmäßigen Raumklimas von etwa 45 % bis höchstens 55% relativer Luftfeuchtigkeit - keine Außenwände, keine Heizkörpernähe.

Von ebenso großem Einfluß auf Lebensdauer und Erhaltungszustand von Papier kann die Art des bei Rahmung oder Aufbewahrung in Mappen/Kassetten verwendeten Passepartout-oder Rückwandkartons sein:

Das Kartonmaterial sollte unter anderem zumindest holzfrei sein. Dies gilt auch für Seidenpapiere und jedes andere Material, das mit einem Original - sei es Graphik oder Archivalie - in Berührung kommt. Schäden wie Papierverbräunungen und Stockfleckenbefall wird dadurch vorgebeugt.

  



 

Grafik mit Wasserrand an der unteren Blattkante



Abnahme einer ungeeigneten Kaschierung

Eine Zeichnung auf Transparentpapier wird von einer Pappe abgelöst

 Leider oft werden Papierobjekte, Archivalien, Schriftstücke, Zeichnungen oder Graphik auf unverträgliche Materialien montiert oder geklebt und müssen von diesen befreit werden, um Schäden am Papier des Originals wie etwa Flecken-, Falten- oder Rißbildung vorzubeugen: 

Das obere Foto zeigt die Abnahme einer Leinwand von der Rückseite einer Lithographie. Papier und Leinwand arbeiten gegensätzlich und gehören daher nicht zusammen.

Auf dem Foto darunter hat die Verklebung des dünnen Papiers einer Zeichnung mit einer holzhaltigen und daher für die Zeichnung schädlichen Pappe - obendrein unter Verwendung von ungeeignetem Klebstoff - große Flecken hinterlassen: das Papier des Originals wird daher vorsichtig und Schritt für Schritt von der Pappe abgelöst. Man sieht hier die Abnahme zunächst der linken Ecke als erste Maßnahme der Restaurierung.

Allerdings handelt es sich in diesem Fall um eine relativ unproblematisch zu lösende Glutinleim-Verklebung

 

                                                      - das Lösen von Kunstharzverklebungen und Selbstklebebändern ist dagegen weitaus schwieriger - werden sie aber nicht vom Papier entfernt, sind größere Papierschäden am Original meist die Folge: 

 

Ablösen von Selbstklebebändern, die hier auf einem Dokument starke und schwierig zu entfernende Klebstoffrückstände hinterlassen haben

Selbstklebebänder hinterlassen Flecke auf dem Papier, wenn der Klebstoff nach einiger Zeit in die Papierfasern eingezogen ist.

 

Ob sich solche Flecke auch optisch vollständig und spurlos entfernen lassen, hängt vom Einzelfall ab. Handelt es sich um verhältnismäßig frische Klebespuren, ist dies grundsätzlich möglich, bei sehr alten Verklebungen hingegen kann meist zwar der schädliche Klebstoff entfernt und damit weiterer Papierabbau an der Klebestelle gestoppt werden, optisch aber wird der Fleck oft weiterhin teilweise wahrnehmbar bleiben, wenn auch abgeschwächt.

Diese Fotos zeigen jeweils beispielhaft den Zustand vor der Restaurierung:

Flecken durch Selbstklebeband vor der Restaurierung

Vor der Restaurierung: rückseitig auf einer Grafik angebrachtes Selbstklebeband hinterließ diesen zur Vorderseite durchgeschlagenen Fleck

 

Die folgenden 4 Fotos zeigen einen Probeversuch an Übungsmaterial :

 

Zwei Selbstklebebandabschnitte halten 2 Papierteile zusammen, haben dabei aber deutliche dunkelbraune Flecken hinterlassen; sie müssen deswegen entfernt werden...

 

 

der untere Klebebandträger ist nun gelöst...

 

 

beide Klebebandträger sind gelöst, sodaß die beiden Papierteile zunächst wieder getrennt sind. Probeweise wurden an dem Papierteil links die Klebstoffspuren schon weitgehend entfernt... 

 

 

...und das Ganze schon mal probehalber wieder aneinandergeschoben: man sieht deutlich nebeneinander das Ergebnis der Klebstoffentfernung links sowie den Vorzustand rechts

 



 Was passieren kann, wenn gerahmte Graphik jahrelang direkten Kontakt mit der Rahmenglasscheibe hatte, sieht man hier:  Bestandteile der Druckfarbe haben sich an der Scheibe abgesetzt...

                  ...Stets einen Abstand zwischen Original und Scheibe einzuhalten, ist daher eine der wichtigsten Regeln bei der Einrahmung! Dann kann die Glasscheibe ihren Zweck erfüllen, Schutz vor Verschmutzung zu bieten. 

Druckfarbe hat sich an der Rahmenglasscheibe abgesetzt (Scheibe hier ausschnittweise separat vor schwarzem Hintergrund)

 


 

Dieses Blatt zeigt eine ganz leichte "Wellung", die aber nicht weiter stört und auf jeden Fall belassen werden sollte: die Oberflächenstruktur des Papiers und damit Wirkung und Lebendigkeit der Grafik würden speziell hier in diesem Fall sonst beeinträchtigt. 


(eine leichte Verschattung, Unregelmäßigkeit oder Unschärfe bei den Abbildungen ist der Qualität der Fotos geschuldet, sie entstanden als Arbeitsfotos während der Restaurierungsarbeiten)


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